Anmerkungen zum Final Countdown im TV

5. November 2008, 09:56 Uhr von Fabian
  • Welcher Praktikant hat das ARD-Design verbrochen? Unlesbare Namenseinblendungen, US-Pathos mit wehenden Flaggen und Sternchen überall. Das schärfste war das Gewinnspiel, dass in seiner bonbon-artig grellen Verspieltheit *genau* so auch bei 9live hätte auftauchen können.
  • Bermerkenswerte Rede, Mr. McCain! Glückwunsch, Mr. Obama!
  • Die Phoenix…äh…Dol…metcher sind im…bei…im Halbschlaf not nicht zu er…äh…tragen.
  • RTL hat die Show-Aspekte betont, war von der Aufmachung aber fast am solidesten.
  • Für gar nicht mal soo alte Herrschaften aus den öffentlich rechtlichen Sendern, ist das Internet immer noch das Ding aus dem Underground, womit sich junge Leute beschäftigen.
  • Twitter ist du-weißt-schon-was bzw. das Ding, dessen Name nicht genannt wird oder “eine dieser sozialen Communities, wo Leute chatten bzw. sich kurze Nachrichten schicken, so vergleichbar mit Textnachrichten auf Mobiltelefonen; die dann zu zehntausenden, ja zu Millionen ihre Erlebnisse schildern, schneller als es die OECD-Wahlbeobachter oder Medienvertreter je können. Das ist alles sehr interaktiv und spanned”.Nicht unbedingt auf den Punkt, aber immerhin.
  • “Chatten” ist im aktiven Wortschatz von Mainstream-Medienleute lange angekommen. “Bloggen” und “twittern” werden wohl noch zehn Jahre brauchen…

Wo ist der Bearbeiten-Button?

19. Juni 2008, 21:38 Uhr von Fabian

Universal Edit Button

Clay Shirky beobachtet [via Mario Sixtus] bei der vierjährigen Tochter eines Bekannten einen bemerkenswerten Wandel im Medienkonsum:

[...] in the middle of the movie, apropos nothing, she jumps up off the couch and runs around behind the screen [...] rooting around in the cables. And her dad said, “What you doing?” And she stuck her head out from behind the screen and said, “Looking for the mouse.”

Ein Bildschirm ohne interaktive Eingabemöglichkeit sei, so Shirky, für die heranwachsende Generation einfach kein Gerät mehr, vor dem es sich lohne, stupide seine wertvolle Zeit zu verbringen.

Das Internet, schon jetzt das Medium mit dem größtmöglichen Mitmachpotential, wird ab sofort noch einfacher editierbar. Wie ReadWriteWeb berichtet, haben sich die großen Wiki-Betreiber (u.a. Wikipedia) auf einen Standard-Editierbutton geeinigt, der, zunächst über ein Plugin/Addon und später vielleicht standardmäßig, Einzug in die Browser der Otto-Normal-Bürger finden soll. Der Universal Edit Button soll eine Art Gütesiegel für Webseiten werden, der den Besuchern signalisiert “hier kannst du mitmachen, deine Meinung, dein Wissen zählt”.

Eine einfache Idee, die, wenn sie sich durchsetzt, dazu führen könnte, dass Vierjährige nicht nur nach der Maus am TV sondern bald nach dem Editierbutton auf Mainstream-Sites fragen. Vielleicht schaffen wir so die die 2000 Wikipedia-Projekte, die uns derzeit noch der ungezügelte Fernsehkonsum (allein in den USA) jährlich kostet.