Freitag ist Kunst: Justice - DVNO
27. Juni 2008, 22:27 Uhr von Fabian[via Fontblog]
[via Fontblog]
Via Everybody Cares, Everybody Understand, einem der handvoll Musikblogs, die ich lese, kommt der traurige Kermit mit seiner Coverversion von Elliott Smiths “Needle In The Hay”.
Der Song hat sich auf ganz persönliche Weise in mein Gehirn eingebrannt. Pseudopostbote und Schauspielschüler Christian hat damit (u.a.) bei seinem Vorsprechen an der Ernst-Busch-Schule die Juroren davon überzeugt, ihn aufzunehmen — gegen eine sehr große Konkurrenz, soweit ich weiß. Die Proben fanden ab und zu in meiner Gegenwart statt, deshalb die Assoziation. Das war 2004.
Leider kreuzen sich unsere Wege in letzter Zeit seltener, so dass ich gelegentlich Google konsultiere um herauszufinden, auf welcher Bühne er gerade steht. Und siehe da: nächste Woche hat die Diplominszenierung seiner Jahrgangsstufe Premiere. Korrektur: Ich habe mich in den Monaten vertan: Premiere war schon im März. Im Mai und Juni gibt es aber auch noch 4 Vorstellungen. Außerdem ist es nicht die Diplomaufführung der Schauspielschüler sondern die des Regisseurs. Am Maxim Gorki Theater Berlin spielt Christian Ehrich die Hauptrolle des Stanislaw in Die Reiherkönigin. Ein Rap. Da muss ich mich aber schnell um Karten kümmern.
Wow, was für ein Glück, durch Kermit darauf aufmerksam gemacht worden zu sein. Vielen Dank Chad von Everybody Cares… aus Washington. Sad Kermit, dein Auftritt:
Weltmusik oder was auch immer. Jedenfalls kann man sich eine ganze Weile um die Musik von Yeasayer drehen. Zwei wunderbare Videos ihres Songs 2080 (mp3, Lyrics). Zuerst aus dem YouTube-Fundus und danach von La Blogothèque mit einem Gänsehautpublikumseinsatz bei 3:55 und 5:15. Viel Spaß!
It’s a New Year,
I’m glad to be here
It’s the first spring,
So let’s sing.And the moon shines bright
On the water tonight
So we won’t drown
In the summer sound.
Bonus-MP3 für alle Runterscroller: Dengue Fever - Sober Driver
Ich versuche seit ein paar Tagen Musikreviews über drei Bands zu schreiben und merke, dass ich das völlig verlernt habe — wenn ich’s überhaupt jemals konnte.
Genreeinordnungen, Vergleiche mit anderen Bands und Sängern, Stimmungsbeschreibungen — obwohl ich meinen Musikgeschmack immer noch recht gut (überdurchschnittlich gut) finde, kommt mir mein Horizont diesbezüglich doch sehr beschränkt vor. Andere Blogger oder Musikkritiker (Nicorola und “Auf ein neues” sind meine inoffiziellen Lieblingsquellen) hören Alben anscheinend im Akkord und am Ende des Jahres stehen häufig die besten 20, 50 oder hundert Platten, die man über die Zeit liebgewonnen hat.
Ich muss mich in Musik verlieben oder umgekehrt. Wer’s nicht so kitschig mag, für den kann ich es auch in Tolkiens Worten ausdrücken: man findet den Ring nicht einfach, sondern der Ring sucht sich seinen Besitzer aus. So ist ist mit meiner Lieblingsmusik auch. Da kann es schon mal passieren, dass z.B. Good News For People Who Love Bad News von Modest Mouse zwei Jahre im virtuellen CD-Regal verstaubt, bevor es bei mir ankommt. Am Ende meines Plattenjahres bleiben mir dann meist eine handvoll Veröffentlichungen in Erinnerung. 2007 waren das z.B. The Diggs, +/- und Voxtrot sowie das Tribute Album zu “Set Yourself on Fire” von den Stars, das das Original in manchen Songs sogar überflügelt: Do You Trust Your Friends? mit wunderschönen Coverversionen von Final Fantasy, The Dears, The Russian Futurists und anderen — wie Pitchfork Media das mit 1.8 Punkten abstrafen konnte, bleibt deren Geheimnis.
Gut, jetzt ist hier noch fast eine 2007-Review entstanden. Vielleicht schaffe ich die 3-Band-Review in den nächsten Tagen ja doch noch fertig.
Der Abräumer beim Kantinenlesen am Samstag war der Sänger und Liedermacher Jan Koch aus Berlin. Die Pikiertheit der anderen Protagonisten des Abends, die sich nach Kochs bejubeltem Liedbeitrag “Wieso Berlin?” nur noch als Vor- bzw. Nachprogramm von Jan Koch vorstellten, war natürlich ironisch zu verstehen, denn der gesamte Abend war großartig — auch wenn meine Freundin und ich auf die harten Bierbänke ausweichen mussten, weil wir etwas spät ankamen.
Die CD-Trilogie “Matt in drei Zügen” war nach der Lesung ausverkauft. Aber, wie man auf der Homepage von Jan Koch erfreulicherweise erfährt, sind alle seine Songs in voller Länge bei last.fm als Stream verfügbar. Hier ist also nun die verkappte Liebeserklärung an die deutsche Hauptstadt:
Amazon (USA) startet durch: DRM-freie Musik, u.a. von Major Labels, zwischen 89 und 99 US-Cent, Alben zwischen 5,99 und 9,99 US-Dollar — das ist doch mal ein Wort. Ich muss mir das Angebot noch genauer angucken, aber eMusic hat definitiv Konkurrenz bekommen und die Krüppelmusikanbieter aus deutschen Landen hoffentlich auch. An alle, die jetzt in die “ich kaufe erst, wenn sie Songs unter 50 Cent anbieten”-Gesänge einstimmen: laaaangweilig, kennen wir schon — von meiner Seite aus werden diese Woche auf jeden Fall ein paar virtuelle Dollar den Besitzer wechseln.
2526. Drei Geschenke:
Früher sprangen leichtbekleidete Mädchen aus Torten (jedenfalls wünscht man sich das), heute reicht mir ein Lucius Malfoy an der Gitarre und ein Deo-Stick an den Drums. Come on life, I’m almost ready
:
Für den Soft-Popper in mir, mit einer unbändigen Vorfreude auf den 7. August. You are so young, so feel alive / And one day you will live on your own.
:
Und als Nachtrag zu gestern Abend, als ich mit einer Träne im Knopfloch am liebsten die ganze Leinwand umarmt hätte. Happy Birthday
:
♥ ♥ ♥
Musik, die mich an Frühjahrs- oder Spätsommernächte unter Sternenhimmeln erinnert. An Männerabende, die diese Bezeichnung noch nicht verdienten, vor ausglühenden Grills. An eine Zeit vor irgendwelchen 11. Septembern als es noch handfeste Probleme gab. An Jam-Sessions in Proberäumen und die Gewissheit, dass gegen echten Herzschmerz auch zwei Zeilen Text für einen guten Song ausreichen.
Ein traurig bis ruppig schepperndes Schlagzeug, das nicht rockt sondern rollt, Gitarren so unentschlossen wie der Gesang, in den eigenen Gedanken gefangen. Sad nineties, you never looked better.
The Diggs - Stagg (mp3)
Album bei eMusic
The Diggs Live at Sin-e: It’s Just Like You Say
Pflicht erfüllt. +/--Gig im Lido in den last.fm Eventkalender eingetragen. Nächste Aufgabe: Karten kaufen.
Für alle, die die Band nicht kennen: Meine vagen Assoziationen ranken sich um The Notwist, Radiohead und die frühen Incubus. Auch für Freunde von Minus The Bear, aber die kennen vermutlich ebensowenige. Die Similar Artists, die last.fm aufführt (Broken Social Scene, Stars, Of Montreal, Mates of the State), mögen eine ähnliche Fangemeinde haben, musikalisch finde ich den Vergleich eher unpassend.
Mit Incubus haben die Jungs mit dem suchmaschinenfeindlichen Namen sogar einen Songtitel gemeinsam, Megalomaniac, den man auch als Video im bandeigenen YouTube-Account findet. Hier sei ein anderes Video vorgestellt: Trapped Under Ice Flows vom großartigen Album You Are Here. Das Video ist nicht sonderlich einfallsreich, aber es war der Song, der mich an +/- herangeführt hat. Mittlerweile war jedes Stück dieses Albums irgendwann mal mein Favorit — und das 2006er Let’s Build A Fire ist auf einem guten Weg dahin.
Außerdem reicht so ein zusammengeschnittenes Roadmovie, um bei mir Fernweh auszulösen…
Lang ist’s her: das letzte Aufbäumen des deutschen Musikfernsehens, hervorgegraben aus den unendlichen Archiven des Internet.
:’-|