Backup/Syncing mit Linux, Wuala, Spideroak und Dropbox
13. März 2008, 19:59 Uhr von FabianOnline-Backupservices schießen wie Pilze aus dem Boden. Nach dem Dropbox-Hype des letzten Tages, dachte ich, ich fasse mal meine Erfahrung mit zwei anderen Diensten zusammen, die ich seit ein paar Wochen teste.

Wuala fühlt sich nach ein paar Testwochen irgendwie immer noch an wie Napster. Das Interface funktioniert gut: Dateien reinziehen und mit Leuten teilen ist einfach. Aber: die öffentlichen Ordner sind voll belanglosem Inhalt mit relativ hohem Pornoanteil. Die zugrunde liegende Technik mag innovativ und das Speicherplatzbeschaffungsmodell fair sein. Die Sicherheit geht — angeblich, denn OpenSource ist der Wuala-Client nicht — soweit, dass die Daten komplett auf dem Rechner verschlüsselt werden und selbst von den Betreibern nicht eingesehen werden können. Die fehlende Integration ins Dateisystem (Dateien in Wuala sind von ihren “Originalen” im System entkoppelt, d.h. Änderungen werden nicht berücksichtigt) und der für geschäftskritische Benutzung zu undefinierte Speicherplatz macht es zu nicht mehr als einem relativ bequemen File-Sharing-Tool für private Zwecke.

Spideroaks Schwerpunkt ist Backup. Gut: man braucht keinen speziellen Ordner, in man man zu synchronisierende Dateien steckt, sondern man wählt in der Java-Software einfach bestehenden Verzeichnisse aus, die Spideroak dann überwacht. Die Hauptarbeit wird im Hintergrund und auch mit mäßig schnellem DSL-Upload (128k) quasi unbemerkt vollbracht. Schlecht ist: das Interface. Dieses scheint noch in den Kinderschuhen zu stecken. Viele der sichtbaren Buttons funktionieren überhaupt nicht bzw. sind permanent deaktiviert. Einige Aktionen wie “Inkremente löschen” dauern mehr als 10 Sekunden und geben kein sichtbares Feedback — dafür ein unsichtbares mit 100% Prozessorauslastung. Die Verschlüsselung begrenzt sich auf die Datenübertragung, d.h. auf den Servern werden die Daten irgendwie zugänglich sein — was jedoch den Vorteil hat, dass man auf seine Backups auch aus jeden Browser zugreifen kann.

Das ganz frische Dropbox sieht bisher recht vielversprechend aus: fast nahtlose Integration ins System (man braucht aber immer noch ein dediziertes Verzeichnis), Versionierung, Online-Interface mit Backupfunktion (Undelete/Wiederherstellen). Leider gibt’s momentan nur wenig Infos und Clients ausschließlich für Windows- und Mac-Rechner. Ob oder wann Linux folgt ist unbekannt.
Momentan läuft bei mir permanent Spideroak, weil es nicht stört, gut genug funktioniert und mir ein bisschen mehr Sicherheit für ein paar wertvolle Daten gibt. Sensibles speichere ich damit aus dem o.g. Grund aber nicht und Sharing ist mir auch zu umständlich. Halbe Kraft voraus, also.

Fabian Neumann