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Tellerrand-Following und Offtopic-Followees

Freitag, November 14th, 2008

Man kennt das ja: überall gibt’s Cliquenbildung. Schulfhof, Uni, Privatparties; nicht anders in der Blogosphäre und im Twitteruniversum.

Wenn ich mir die Mehrzahl meiner Verfolger und Verfolgten angucke, lese ich: web developer, social media enthusiast, geek, nerd etc. So homogen, so langweilig. Ja ja, ich will dreimal am Tag das neueste jQuery-Plugin vorgesetzt bekommen, und Django apps und Geheule über sIFR, Apache und floats hören. Alles schön und gut.

Was in den neuen Medien (was für ein oldschool-Wort) aber besser ist, als im echten Leben, ist das Gucken über den Tellerrand. Lauscht man bei einer Privatparty in eine andere Runde hinein, läuft man Gefahr ignoriert oder mitleidig angeguckt zu werden. Auf dem Schulhof droht im schlimmsten Fall Prügel.

Viel einfacher im Web: man kann verfolgen, abonnieren und ansurfen wen man will. Gerade den Kreativen unserer Branche wird immer wieder empfohlen über den Tellerrand zu schauen. Inspiration kommt oft aus den ungewöhnlichsten und unerwartetsten Quellen.

Habt ihr einen Lieblings-Offtopic-Followee bei Twitter? Jemand der eigentlich nichts mit eurem Interessengebiet zu tun hat, dem ihr aber gern zuhört? Wie oft verfolgt ihr Leute “auf gut Glück”? Wie viele davon überleben eine Woche in der Verfolgerliste?

Gegendarstellung: Blogs sind irrelevant. Oder?

Donnerstag, April 10th, 2008

Antwort auf meine gestrige Antwort auf Susann. Ich behauptete “Insofern sind “Blogs an sich” ziemlich relevant und werden es immer mehr. Zumal der Hirnschmalz einer ganzen Generation bloggt. Das ist nicht Otto-Normal-Arbeiter, sondern dass sind die Nerds (so nannte man die Witzbolde in den 80ern), die die Zukunft prägen werden.”

Halt, halt, Kommando zurück. Natürlich gibt es auch die Otto-Normal-Blogs, die Was-hab-ich-heute-langweiliges-gemacht-, die Strick-, Katzen-, Auto- und Schule-ist-scheiße-Blogs. Die werden die Zukunft prägen? Vermutlich nicht.

Und selbst bei den A-Bloggern können einem Zweifel kommen (pseudopost.org ist übrigens ein F-Blog, wenn man nach amerikanischen Schulnoten taxiert): sind die meisten A-Blogger nicht viel mehr als die Thomas Gottschalks, Günther Jauchs, Harald Schmidts, Hendryk M. Broders, Ulli Wickerts oder Klaus Bednarz der Web2.0-Generation? Kommentatoren, vielfach unterhaltsam aber nur selten wirklich relevant. Massenkompatible (Masse ist im Vergleich zum TV natürlich sehr relativ) Unterhaltung mit gelegentlichen Informations- oder Lehrauftrag?

A-Blogger sind, und die meisten geben das offen zu, Rampensäue. Ohne den Drang nach vorn oder nach oben, wird man kein A-Blogger.

Wo sitzen aber nun die Visionäre und Funktionäre, die Nerds, die uns, die ahnungslose Masse, in die Zukunft leiten? Erstens abseits der Blogs, in den Universitäten, in Kellern und vielleicht Garagen. Auch in Blogs, ja, aber eher in Tech- oder Dev-Blogs der Liga D-F. Ein Punkt, den Robert Basic oft zu Recht bemängelt. Wissenschaftler an die Blogs! Aber dafür haben die einfach keine Zeit und Rampensäue sind sie meist auch nicht.

Meine Relevanz-Bewertung von Blogs erfährt somit einen kleinen Dämpfer. Die sichtbaren Blogs sind für Meinungsmacher relevant, weil sie selbst Meinungsmacher sind. Vielleicht reicht das auch schon. Für die Zukunft und “The Greater Good” sind vermutlich immer noch andere verantwortlich — die, die leise aber stetig im Verdeckten werkeln.

Aber darum ging es in der Ausgangsfrage eigentlich auch gar nicht. Ich schweife ab.

Blogs sind relevant, oder?

Donnerstag, April 10th, 2008

Cross-Post meiner Antwort auf Susanns Beitrag zu Thema: mein Bekannter besteht darauf, dass Blogs irrelevant sind und bald vom großen Bruder Spiegel Online wieder aufgefressen werden:

Beim Thema Bild-Zeitung widersprichst du dir. Du sagst “relevant ist, was MIR Informationen liefert” aber “bei Bild-Zeitung kann man nicht von Relevanz sprechen”. Für die meisten, naja, sehr viele Deutsche liefert die BILD-Zeitung genau die Informationen, die sie haben möchten (und meistens auch die Meinung, die hören wollen und selbst eh schon haben); damit ist sie, nach deiner Definition sehr wohl relevant. Das sagt nix über Qualität.

LongTail und so ist ne schwierige Debatte. Redaktionen und Werbe-Agenturen haben ja meistens eine breitere Zielgruppe — am liebsten würde man alle Deutschen oder alle 14-49-jährigen mit mittlerem Haushaltseinkommen von blabla erreichen, schon klar. Für diese Agenturen sind die klassischen Massenmedien natürlich sehr relevant.

Zweitens muss man zwischen “Blogs an sich” und “einzelnen Blogs” unterscheiden. Einzelne Blogs sind, bis auf die Top10-üblichen Verdächtigen, fast alle irrelevant. Aber in der Masse können Sie viel bewegen. Es gibt nämlich nicht nur *ein* Blog, wie es *einen* Spiegel gibt oder *eine* FAZ. Es gibt hunderttausende Blogs, wovon mindestens ein paar dutzend bis hundert kleine Relevanz haben und sich gegenseitig befruchten, kommentieren etc. Und daraus kann dann Relevanz entstehen.

Gut merkt man das immer daran, dass die klassischen Medien dann “die Blogosphäre” oder die “Internet-Community” zitieren. Namen werden nur nebenbei genannt, und vielleicht nur von den ganz großen.

Insofern sind “Blogs an sich” ziemlich relevant und werden es immer mehr. Zumal der Hirnschmalz einer ganzen Generation bloggt. Das ist nicht Otto-Normal-Arbeiter, sondern dass sind die Nerds (so nannte man die Witzbolde in den 80ern), die die Zukunft prägen werden.

XING-Statusmeldungen sind gut

Samstag, März 15th, 2008

Entweder verstehe ich den Sinn dahinter falsch oder unter Bloggern ist XING-Bashing und Korinthenkackerei zur Zeit einfach total angesagt.

Meine Meinung: XING-Statusmeldungen…

  • sind kein Twitter-Ersatz. Und das ist gut.
  • stehen nicht unter der Überschrift “Was machst du gerade?”. Das will dort niemand wissen. Der Wer-kennt-wen-Vergleich hinkt.
  • sind für mittel- bis langfristig gültige Infos gedacht. Nehmt euch ein Beispiel an den gut gewählten Vorgaben (“ist auf einer Konferenz in”, “kann momentan keine Aufträge annehmen”)!
  • verhindern, dass Leute ihren Status im Profilbild oder im Firmennamen unterbringen müssen.
  • sind ein kleines, spezialisiertes Tool, das man nutzen kann. Ja, vielleicht eine Krücke, aber Krücken sind, wenn man sie braucht, sehr hilfreich.
  • sind nur in einem Punkt peinlich, und zwar im total überflüssigen Beta-Label.

Habe fertig.

Geld regiert die Blogosphäre — aber wieviel?

Montag, Februar 25th, 2008

Ein neuer Dienst, der heute gelauncht wurde, hat sich vorgenommen, die Blogosphäre finanziell zu vermessen: TailReport. Momentan noch im Alpha-Datensammelbetrieb möchte er sich und interessierten Bloggern demnächst u.a. folgende Fragen beantworten:

  • Wie viel verdienen die Top 15.000 Blogs?
  • Wie viel muss meine Seite wachsen, damit ich X$ im Monat verdiene?
  • Welche Werbenetzwerke funktionieren für mich/meine Branche/Nische am besten?

Wie gesagt, der Dienst braucht noch Daten. Laut eigenen Angaben wollen sie nach 5.000 übermittelten Statistiken mit ersten Ergebnissen rausrücken. Alle Blogger sind nun aufgerufen, ihre Daten dort selbst (aber anonym — Zuverlässigkeit?) mithilfe einer kleinen Umfrage preiszugeben.

Ein kleiner Design-Fauxpas, der mir aufgefallen ist: im Beispielreport sind ein paar Screenshots um 7° rotiert. Vermutlich um die Seite etwas funky aussehen zu lassen. Ob diese Rotation jedoch das hässliche (Anti)Aliasing rechtfertigt, weiß ich ja nicht:

Sonntag, Oktober 21st, 2001

Heute habe ich es endlich geschafft, mir eine offline PHP-Entwicklungsumgebung zu basteln. Nachdem ich alle möglichen Apache-Server-Binaries, Docs, PHP-Tutorials, PHP.exe, usw. heruntergeladen habe. Und nachdem ich alles ca. sechs Stunden immer wieder umkonfiguriert habe, klappt es jetzt endlich. Woran es lag, dass PHP gut fünf Stunden nicht funktionierte, weiß ich bis jetzt nicht. Auf einmal ging’s einfach. Gut.
Für die SSI-Implementierung fehlen mir noch ein paar Module von Apache, die ich hoffentlich bald finden werde.
Dann habe ich mir das Hosting-Angebot von Sidetec etwas näher angeguckt… Webhostlist sagt, es bietet SSI, auf der Homepage ist diese Option aber verneint. Die Kommentare zur Zuverlässigkeit sind auch nicht gerade berauschend. Aber was soll/kann man für knapp 10,- DM / Monat verlangen?! (Außer php, mysql, ssi, ftp, telnet, esp, abs, etc…)