Samstag ist Kunst; und Mittwoch Theater

3. Mai 2008, 02:32 Uhr von Fabian

Via Everybody Cares, Everybody Understand, einem der handvoll Musikblogs, die ich lese, kommt der traurige Kermit mit seiner Coverversion von Elliott Smiths “Needle In The Hay”.

Der Song hat sich auf ganz persönliche Weise in mein Gehirn eingebrannt. Pseudopostbote und Schauspielschüler Christian hat damit (u.a.) bei seinem Vorsprechen an der Ernst-Busch-Schule die Juroren davon überzeugt, ihn aufzunehmen — gegen eine sehr große Konkurrenz, soweit ich weiß. Die Proben fanden ab und zu in meiner Gegenwart statt, deshalb die Assoziation. Das war 2004.

Leider kreuzen sich unsere Wege in letzter Zeit seltener, so dass ich gelegentlich Google konsultiere um herauszufinden, auf welcher Bühne er gerade steht. Und siehe da: nächste Woche hat die Diplominszenierung seiner Jahrgangsstufe Premiere. Korrektur: Ich habe mich in den Monaten vertan: Premiere war schon im März. Im Mai und Juni gibt es aber auch noch 4 Vorstellungen. Außerdem ist es nicht die Diplomaufführung der Schauspielschüler sondern die des Regisseurs. Am Maxim Gorki Theater Berlin spielt Christian Ehrich die Hauptrolle des Stanislaw in Die Reiherkönigin. Ein Rap. Da muss ich mich aber schnell um Karten kümmern.

Wow, was für ein Glück, durch Kermit darauf aufmerksam gemacht worden zu sein. Vielen Dank Chad von Everybody Cares… aus Washington. Sad Kermit, dein Auftritt:

Jan Koch — Wieso Berlin?

6. Februar 2008, 18:43 Uhr von Fabian

Der Abräumer beim Kantinenlesen am Samstag war der Sänger und Liedermacher Jan Koch aus Berlin. Die Pikiertheit der anderen Protagonisten des Abends, die sich nach Kochs bejubeltem Liedbeitrag “Wieso Berlin?” nur noch als Vor- bzw. Nachprogramm von Jan Koch vorstellten, war natürlich ironisch zu verstehen, denn der gesamte Abend war großartig — auch wenn meine Freundin und ich auf die harten Bierbänke ausweichen mussten, weil wir etwas spät ankamen.

Die CD-Trilogie “Matt in drei Zügen” war nach der Lesung ausverkauft. Aber, wie man auf der Homepage von Jan Koch erfreulicherweise erfährt, sind alle seine Songs in voller Länge bei last.fm als Stream verfügbar. Hier ist also nun die verkappte Liebeserklärung an die deutsche Hauptstadt:

Bad Taste Fürstenwalde

10. Februar 2007, 22:01 Uhr von Fabian

Heute um halb zwei nachmittags aufgestanden. Auf dem Weg zum Fotografen, um ein paar Porträtfotos abzuholen, kam ich am Markt vorbei. Dort waren heute die Marktschreier — vier, um genau zu sein. Den ähnlich vielen Zuschauernvorbei laufenden Leuten versuchten sie haltbare Nudeln und Käse aus Italien anzudrehen. Erfolglos. Erfolgreich ist in Fürstenwalde nur, wer sich den gegebenen Verhältnissen anpassen kann. Schreiend Geschäfte machen gehört überraschendereise nicht dazu.

Schlecht aussehen schon eher. Für Berliner klingt das immer sehr befremdlich und niemand glaubt mir, aber wenn ich vom Bahnhof Zoo komme und am Fürstenwalder Bahnhof aus dem Regionalexpress steige, erschaudert es mich. Der gemeine westberliner Bahnhofsrumlungerer hat mehr Stil als der un- oder unterbezahlte Mob, der in den frühen Abendstunden bei uns rumläuft. Für außerplanmäßige Zusammentreffen dieser Spezies gibt es woanders Bad Taste Parties, hier heißt das einfach Samstag Mittag, Marktplatz.

Jetzt ist es fast zehn, es ist dunkel und ich werde langsam aktiv.

Der Fotograf hatte natürlich zu. Nein, nicht schon zu, nur zu. Samstags macht man in Fürstenwalde besser keine Fotos — das habe ich heute gelernt.