Kugelschreiber und Computertastaturen haben ein ähnlich indirekt proportionales Verhältnis von Preis und Komfort — kurz: je billiger, desto besser lässt sich damit schreiben.
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Weisheit des Tages
Dienstag, November 6th, 2007Sprachliche Effizienz
Mittwoch, September 12th, 2007So viel zu langweiligen Überschriften.
Ich bin ja bekanntermaßen intellektuell — mit allen Vor- und Nachteilen, die dazu gehören. In meinem Kopf rattert es ununterbrochen. Meistens fliegen da irgendwelche Nullen und Einsen durch die Gegend, die Weltformel formiert sich wage und verschwimmt dann wieder in einer Wolke halbromantischer oder pseudophilophischer Filmanalysefetzen. Wenn sich mein Geist aber mal richtig langweilt, befasst er sich mit Fragen, wie eben jener, der “Sprachlichen Effizienz”.
Wieso z.B. hat so ein kleines und ständig gebrauchtes Wort wie mit, das im Deutschen, Spanischen (con) und Englischen (with) jeweils nur eine Silbe benötigt, im Französischen zwei (avec)? Oder, was mir bei der Lektüre des letzten Harry Potter Romans immer wieder auffiel: warum heißt der Zauberstab im Englischen einfach nur wand? Im Deutschen, wie im Französischen (baguette magique), handelt es sich, der Selten- und Besonderheit dieses Gegenstands geschuldet, um ein zusammengesetztes Substantiv. Ist das nicht pure Verschwendung eines handlichen Ausdrucks, den man besser für etwas Alltäglicheres nutzen sollte?
Das Alphabet
Donnerstag, Juli 12th, 2007![]()
Das habe ich heute als Kommentar zu einer Rankaholics-Abstimmung über die besten Buchstaben verfasst. Eine Kurzcharakteristik für jeden Buchstaben im Alphabet:
A. Steht am Anfang. Schöne Form, schöner Laut.
B. Mir ein bisschen zu weich. Im Spanischen gleichlautig mit V (“W”).
C. Der Stiefbruder vom K. Im Deutschen ziemlich unselbständig.
D. Hart, deutsch. Mittelmaß.
E. Der Discounter unter den Buchstaben. Billig und überall zu finden.
F. Ähnlich wie B, ein bissl weich und f-f-farblos.
G. Hart. Als ge-Vorsilbe ein Urdeutsches Arbeitstier. Kommt aus’m Ruhrpott.
H. Darum beneiden uns die Franzosen. Netter, unaufdringlicher Zeitgenosse.
I. Zierlich, winzig, paart sich gern mit dem E. Unscheinbar.
J. Weich, immer ein bisschen exotisch, wie in Joghurt. Eher Unspannend.
K. Mein Geheimfavorit. Macht gern klare Ansagen und mag das A.
L. Liebe, Lust und Leidenschaft. Ein Zungenumschmeichler. Ganz nützlich.
M. Weich, breit, mh, mh, mag ich nicht.
N. Der toughe Bruder vom M. Knackiger und hat oft das letzte Wort im Wort.
O. Die Vokale haben’s schwer. Ein bisschen arbeitssamer als das I. Sonst nix.
P. Paul pustet penibel Pizza. Ein sympathisch knuffiger Buchstabe, der alle Vokale mag.
Q. Die graue Eminzenz. Selten aber wichtig. Ein Traumpaar mit dem U.
R. Noch ein Arbeitstier mit Anspruch. Führt als Kanzler die R-S-T-Troika an.
S. Nicht so aufmerksamkeitsgeil wie das R, aber genauso unverzichtbar.
T. Butter bei die Fische. Ohne T geht nichts. Großer Bruder vom S.
U. Wie schon gemerkt, sehr beliebt bei vielen Konsonanten. Verhält sich sonst ruhig.
V. Treibt sich mit ver- viel rum, hat’s aber noch nicht zum großen Ruhm gebracht.
W. Ein alter Herr. Gutherzig und warm. Verrichtet zuverlässig seinen Dienst.
X. Der kleine Spielgefährte und größter Fan vom Y. Mag schmutzige Wörter.
Y. Der Yuppie unter den Buchstaben. Selten, modisch und sehr eigen.
Z. Grimmiger urdeutscher Eigenbrödler. Nützlich, aber relativ scheu.
Schlecht Geschmierte’s
Samstag, April 14th, 2007Bad Taste Fürstenwalde
Samstag, Februar 10th, 2007Heute um halb zwei nachmittags aufgestanden. Auf dem Weg zum Fotografen, um ein paar Porträtfotos abzuholen, kam ich am Markt vorbei. Dort waren heute die Marktschreier — vier, um genau zu sein. Den ähnlich vielen Zuschauernvorbei laufenden Leuten versuchten sie haltbare Nudeln und Käse aus Italien anzudrehen. Erfolglos. Erfolgreich ist in Fürstenwalde nur, wer sich den gegebenen Verhältnissen anpassen kann. Schreiend Geschäfte machen gehört überraschendereise nicht dazu.
Schlecht aussehen schon eher. Für Berliner klingt das immer sehr befremdlich und niemand glaubt mir, aber wenn ich vom Bahnhof Zoo komme und am Fürstenwalder Bahnhof aus dem Regionalexpress steige, erschaudert es mich. Der gemeine westberliner Bahnhofsrumlungerer hat mehr Stil als der un- oder unterbezahlte Mob, der in den frühen Abendstunden bei uns rumläuft. Für außerplanmäßige Zusammentreffen dieser Spezies gibt es woanders Bad Taste Parties, hier heißt das einfach Samstag Mittag, Marktplatz.
Jetzt ist es fast zehn, es ist dunkel und ich werde langsam aktiv.
Der Fotograf hatte natürlich zu. Nein, nicht schon zu, nur zu. Samstags macht man in Fürstenwalde besser keine Fotos — das habe ich heute gelernt.


Fabian Neumann