Archive for Februar, 2008

Geld regiert die Blogosphäre — aber wieviel?

25. Februar 2008, 17:00 Uhr von Fabian

Ein neuer Dienst, der heute gelauncht wurde, hat sich vorgenommen, die Blogosphäre finanziell zu vermessen: TailReport. Momentan noch im Alpha-Datensammelbetrieb möchte er sich und interessierten Bloggern demnächst u.a. folgende Fragen beantworten:

  • Wie viel verdienen die Top 15.000 Blogs?
  • Wie viel muss meine Seite wachsen, damit ich X$ im Monat verdiene?
  • Welche Werbenetzwerke funktionieren für mich/meine Branche/Nische am besten?

Wie gesagt, der Dienst braucht noch Daten. Laut eigenen Angaben wollen sie nach 5.000 übermittelten Statistiken mit ersten Ergebnissen rausrücken. Alle Blogger sind nun aufgerufen, ihre Daten dort selbst (aber anonym — Zuverlässigkeit?) mithilfe einer kleinen Umfrage preiszugeben.

Ein kleiner Design-Fauxpas, der mir aufgefallen ist: im Beispielreport sind ein paar Screenshots um 7° rotiert. Vermutlich um die Seite etwas funky aussehen zu lassen. Ob diese Rotation jedoch das hässliche (Anti)Aliasing rechtfertigt, weiß ich ja nicht:

Stöckchen weggeschnappt: Seite 123

25. Februar 2008, 15:55 Uhr von Fabian

Mich hat zwar niemand gefragt, aber ich hab’s ausprobiert und weil das Ergebnis so schön ist, klaue ich mir einfach ein Stöckchen von Denise, die damit eh etwas großzügiger umgeht. Idee: nimm das nächstliegende Buch, Seite 123, vierter Satz, zitiere drei Sätze:

Gäbe es kein Arztgeheimnis, so wüßten alle Bescheid: jeder zweite Einwohner von New York ist scheckig, hat auf dem Rücken grünlichen Borstenwuchs und an den Ohren Stacheln; ferner infolge des ständigen Galloppierens Plattfüße und ein Lungenemphysem nebst Herzerweiterung. Dies alles muß verborgen werden. Und just zu diesem Zweck dienen die Neosupermaskone.

Aus: Stanislaw Lem - Der futurologische Kongress; suhrkamp taschenbuch 534

Twitter Plugins für Wordpress nerven

25. Februar 2008, 15:00 Uhr von Fabian

Habe eben das offizielle Javascript-Twitter-Widget gekickt. Die Warterei hat mich genervt. Und wenn Twitter mal down ist, kann man hier gar nix lesen.

Auf der Suche nach Alternativen habe ich ein paar bekannte Twitter Plugins ausprobiert. Alle doof. Gescheitert ist es jeweils an einem oder mehreren dieser Gründe:

  • Bitte nicht per Javascript fetchen. Das hatte ich schon.
  • Ich will mein Passwort nicht angeben. Für Lesezugriff nicht notwendig, also frag mich nicht danach!
  • Mein Server hat kein libcurl für PHP installiert.
  • (Umlaute funktionieren nicht.)

Der letzte Punkt ist eingeklammert, weil ich diesen vorerst doch in Kauf genommen habe. Wie man in der Seitenleiste sieht, ist da doch noch ein Twitter-Feed. Gepowert von Twitter for Wordpress — eines der einfachsten Plugins. Leider mit eben diesem Umlautdefekt, der anscheinend aber von Wordpress-Code verursacht wird. Denn schon die Wordpress-Funktion fetch_rss, die das Plugin nutzt, liefert das eigentlich korrekt in UTF-8 formatierte Feed verhunzt zurück.

Tipps, Fixes, Empfehlungen? Was nutzt ihr?

Vertrauen gegen Katze im Sack, oder was?

23. Februar 2008, 15:00 Uhr von Fabian

Trust vs. Service

Bin heute morgen in meinem Twitterfeed auf eine Empfehlung (oder zumindest einen Tipp) für xywrite.it gestoßen, laut Website “a new simple way to share and collaborate freely on a document”. Ok, hört sich interessant an. Würde ich gern ausprobieren.

Auf der sehr schlichten Website, was erstmal nicht schlecht sein muss (im Gegenteil), wird man gleich von einem Formular empfangen, das einem Name und Emailadresse verpflichtend abverlangt. Außerdem soll man die Nutzungsbedingungen abnicken. Nutzungsbedingungen — für einen Dienst, dessen Nutzen nicht noch nicht mal einschätzen kann? Hier macht der Anbieter nämlich einen gravierenden und sehr dummen Fehler: Dem Vertrauensbonus, der von mir erwartet wird, wird nichts entgegengesetzt. Keine Demo, keine Screenshots, keine Screencasts (obwohl ich nicht so ein Fan von letzteren bin).

Meine Daten für eine Katze im Sack? Nein, danke. Chance verspielt.

Short English version

Dear xywrite.it:

You want from me: my name, my mail, my trust.
I get from you: no demo, no screenshots, no screencast.
Result: No thanks.

Musikreviews oder Was war eigentlich 2007?

23. Februar 2008, 01:08 Uhr von Fabian

Ich versuche seit ein paar Tagen Musikreviews über drei Bands zu schreiben und merke, dass ich das völlig verlernt habe — wenn ich’s überhaupt jemals konnte.

Genreeinordnungen, Vergleiche mit anderen Bands und Sängern, Stimmungsbeschreibungen — obwohl ich meinen Musikgeschmack immer noch recht gut (überdurchschnittlich gut) finde, kommt mir mein Horizont diesbezüglich doch sehr beschränkt vor. Andere Blogger oder Musikkritiker (Nicorola und “Auf ein neues” sind meine inoffiziellen Lieblingsquellen) hören Alben anscheinend im Akkord und am Ende des Jahres stehen häufig die besten 20, 50 oder hundert Platten, die man über die Zeit liebgewonnen hat.

Ich muss mich in Musik verlieben oder umgekehrt. Wer’s nicht so kitschig mag, für den kann ich es auch in Tolkiens Worten ausdrücken: man findet den Ring nicht einfach, sondern der Ring sucht sich seinen Besitzer aus. So ist ist mit meiner Lieblingsmusik auch. Da kann es schon mal passieren, dass z.B. Good News For People Who Love Bad News von Modest Mouse zwei Jahre im virtuellen CD-Regal verstaubt, bevor es bei mir ankommt. Am Ende meines Plattenjahres bleiben mir dann meist eine handvoll Veröffentlichungen in Erinnerung. 2007 waren das z.B. The Diggs, +/- und Voxtrot sowie das Tribute Album zu “Set Yourself on Fire” von den Stars, das das Original in manchen Songs sogar überflügelt: Do You Trust Your Friends? mit wunderschönen Coverversionen von Final Fantasy, The Dears, The Russian Futurists und anderen — wie Pitchfork Media das mit 1.8 Punkten abstrafen konnte, bleibt deren Geheimnis.

Gut, jetzt ist hier noch fast eine 2007-Review entstanden. Vielleicht schaffe ich die 3-Band-Review in den nächsten Tagen ja doch noch fertig.

Morgens, halb zehn, in Deutschland

22. Februar 2008, 13:27 Uhr von Fabian

Drei Dinge, die ich heute früh gelernt habe:

  • MTV spielt vor 10 Uhr tatsächlich Musikvideos. Unglaublich. Feels like 1999.
  • Man kann auch außerhalb der Mensaöffnungszeiten frühstücken.
  • Unsere Müllbeutel haben neuerdings Henkel. Ist das jetzt Haushalt 2.0?

Fröhliche Albträume

21. Februar 2008, 01:10 Uhr von Fabian

Wenn man krank ist, wird man manchmal ein bisschen sentimental. Die beste Krankheit taugt nix, und einem wird vor Augen geführt, wie schnell es vorbei sein kann — oder zumindest, wie gut es einem sonst geht.

Nun fühle ich mich mies, zudem ist es Nacht und ein gutes Fernsehprogramm rar. Da kommt mir gerade Recht, dass ich kürzlich die viva zwei Gruppe auf YouTube entdeckt habe. Wie wenige wissen, bin ich stolzer Anführer einer ebensolchen auf last.fm. Zeit, um in Erinnerungen zu schwelgen und — lange Rede, kurzer Sinn — Zeit für guilty pleasures naja, seht selbst …and remember: it’s for the kids.

Disclaimer: Für eventuell auftretende penetrante Ohrwürmer wird keine Haftung übernommen.

Xing. 5. Und?

20. Februar 2008, 18:23 Uhr von Fabian
Xing. 5.

Warum bloggt und twittert halb Deutschland über Xings Benutzerzahlenrekord? Langweilig.

Schimpfwort des Tages

20. Februar 2008, 11:50 Uhr von Fabian

Schimpfwort des Tages

US-Präsidentschaftskandidaten im Wechselfieber

16. Februar 2008, 18:37 Uhr von Fabian

Nachdem ich ein paar Primaries auf CNN verfolgt habe und die Kandidatenliste auf drei/vier geschrumpft ist, hier nun eine kleine Entscheidungshilfe für den gemeinen amerikanischen Wechselwähler:

Generationswechsel: John McCain.

Wem der baldige Frührentner George W. Bush immer ein wenig zu jung war, darf im Herbst getrost John McCain wählen. Einen Strategiewechsel in den Krisengebieten des Nahen Ostens wird es nicht geben. Vielmehr setzt der rüstige Politrentner auf einen 1000-jährigen Krieg im Irak, womit sich der 71-jährige quasi unsterblich machen könnte. Seine fanatische und motorisch eingeschränkte Art erinnert mich an Montgomery Burns und macht mir wohl zurecht etwas Angst.

Wechselbad der Gefühle: Hillary Clinton

Damenwahl ist angesagt. Tapfer kämpft sich die Ex-First-Lady durch die Hoch- und Tiefebenen des Wahlkampfs um im November endgültig von der Seite ihres Mannes an die Front zu wechseln. Frau Clinton, wie das Deutschlandradio sie so gern nennt, steht zwar für einen Geschlechterwechsel — den Filz, der sich über die Jahre in Washington angesammelt hat, kann sie meiner Meinung nach aber nicht auskämmen.

Farbwechsel: Barack Obama

Die einen verwechseln den passionierten Redner mit John F. Kennedy, die anderen schenken seinem Change- und Hope-Enthusiasmus nicht viel Glauben. Den einen zu schwarz, den anderen zu weiß, vereint er dennoch eine überraschend breite Masse hinter sich. Als junger Politiker wäre er vielleicht noch am ehesten dazu in der Lage, mit einem erfolgreichen Ölwechsel das administrative Getriebe der Weltmacht wieder in Schwung zu bringen.