Beim Konzert mit Killerkouche am vergangenen Samstag wurden ja schon einige Worte über meine Lebensgeschichte verloren. Viele der gesagten Dinge schnitten die Ereignisse rund um die Band Honig leider nur an, deshalb möchte ich die Gelegenheit nutzen, einige davon etwas genauer zerschnipseln.
Es ist richtig, dass zwischen den Jahren 1973 und 1984 eine gewisse Brache lag; die “Tour durch die Republik” war nicht von Erfolg gekrönt und seit 1977 passierte eigentlich gar nichts mehr.
Im November ‘84 lernte ich dann die heutigen Mitglieder der Band im Kreiskrankenhaus Erfurt kennen. Es herrschte gerade die erste Welle der tschechischen Grippe, die mich, als westdeutschen Staatsbürger, fast dahin raffte. Jedenfalls war es genau der 11.11., an dem ich in der Erfurter Klinik Christian, Rudi, Steffen und Steffen kennen lernte, die, genau wie ich, an einer schweren Gehirnhautentzündung litten.
Ich möchte natürlich weder Christian oder irgend jemanden aus der Band besonders hervorheben. Aber im Zusammenhang mit der 84er Grippeerkrankung ist es vielleicht ganz interessant zu wissen, dass Christian als Korrekturleser bis heute der einzigste Musiker ist, der aktiv an der Songschreibung beteiligt ist. Aber das nur zwischendurch.
In Erfurt entstanden auch die ersten Lieder, wie z.B. die so genannte “Kühlschrank-Version” von “Fall Down”, was auch im Club im Park am Samstag gleich zu Beginn zu hören war. Auch der Name, Honig, wurde in dem thüringer Krankenhaus “geboren”. Denn, wie allgemein bekannt, haut ausschließlich Honig besser ins Gehirn als Traubenzucker.
Bis 1990 wurde dann ordentlich geackert: Texte geschrieben, Instrumentbeherrschung perfektioniert (ich persönlich habe das Gitarrespielen schon 1984 aufgegeben und kann heute keinen einzigen Akkord mehr :-) usw. Genau zur Wendezeit, so im Herbst/Winter 1989, wurde schon “Rotäugige Atomkillereichhörnchen…” aufgenommen. Das pseudorevolutionäre Album, das dann im letzten Jahr endlich veröffentlicht werden konnte.
In den 10 Jahren zwischen ‘91 und 2001 gingen die Musiker dann getrennte Wege; Studium, Auslandsaufenthalte und die Familien der vier hatten Vorrang. Seit knapp zwei Jahren steht die Combo nun wieder in gewohnter Besetzung auf der Bühne. Der Proberaum, den ihnen der Club im Park ein bis zweimal jährlich zur Verfügung stellt, wofür wir sehr dankbar sind, ist für alle wieder zu einem zweiten Zuhause geworden. Als “Drittbeste Band der Welt” bekannt und gefeiert, lässt sich selbst die zeitweise anstrengende Arbeit als Profimusiker verkraften. Und es ist nicht zuletzt der herausragende Manager und Texter, meine Wenigkeit, der für den anhaltenden Erfolg von Honig sorgt.