Bildung fürden Pöbel/ Echte Kunst im Pseudoland/ Zeitgeschichichte
29. August 2002, 15:24 Uhr von ChristianGetunkt in Wasser - Casimir Maria Pflontzk
— Meine ersten Lebensjahre –
Geduldig verbreitete der Dung seinen Geruch in der Mittagshitze. Irrespirabel, aber der Landstreicher Sepp sagte eh immer, daß man bei jedem Wetter schlafen und nicht atmen sollte. Die Pflastersteine glühten und der Kirchturm stach in ein leeres, weites Blau. Dienstag vor zwei Wochen hatte es zum letzten mal geregnet und die Ernte war die schlechteste seit Jahren gewesen, der Bruder und der Großvater waren an der Schwindsucht verreckt, Vater war fleißig, hatte aber mehrere Behinderungen die zu schaffen machten. Es war also keine wirklich gute Zeit, aber so oder so, die Mutter wollte mich raushaben und Kinder wurden zu allen Zeiten geboren.
Nach zweiundzwanzigstündigen Wehen erblickte ich das Licht, so wurde es mir später von der Suffplinse Trude Naht erzählt, denn die war eine entfernte Tante und meine und meiner Mutter Hebamme gewesen. Suffplinse, wie sie im Dorf genannt wurde konnte gut erzählen, hatte aber wegen ihres Alters und anderen Gründen ein sehr flexibles Gedächtnis.
Wie auch immer, ich flutschte raus und ward
geboren - Ich - Casimir Maria Pflontzk,
damals noch Honold Brimborius Maria Pflontzk.

Fabian Neumann