Vorsicht Mehl II

26. Februar 2002, 20:59 Uhr von Fabian

Zu stehlen hatten sich beide nie getraut. Was sie von dieser,
umgangssprachlich vollkommen verdorben beschriebenen, Art der
“Meinungsbildung” abhielt, soll im folgenden erörtert werden.
Eine Ende
fand der merkwürdige Lebensabschnitt mit der Konfirmation,
genau an dem
Tag, als die “MS California” vom Stapel lief und seit dem nie
wieder
gesehen wurde. So viele Abschiede machten selbst Berufszyniker
arbeitslos. Aber zurück zum unausweichlichen Optionsgeschäft,
wo das
„und” seit dem 1. Januar zum Standardvokabular zählte. Die
jahrzehntelang gepflegte Kopfgeldjagd auf Tischler und
Pianisten, die
an jedem vierten Dienstag, man hätte von einer monatlichen
Veranstaltung sprechen können, wenn die Resonanz es erlaubt
hätte, fand
auch somit kein Ende. Das sollte später folgen. Trotz ihrer
Abneigung
gegen jeglichen Pazifismus steckte er somit im 28 Tage
Rhythmus
regelmäßig Prügel ein, die sie, pflichtbewusst bis unter den
Teppichersatz, von einem arbeitslosen Stadtverordneten seit
ihrer Taufe
bezog. Langsam wird das Bild klarer; eben dies dachte auch
sie an
jenem 24. Dezember 1966. Kein ungewöhnlicher Tag. Schon gar
nicht nach
diesem dreiundzwanzigsten März, der alles erwartete sprengte.
Seit
fünfzehn Jahren hatte er diesem Herbstabend entgegengefiebert.
Rollrasen, Keilriemen und einen neuen Satz PC-Speaker hatte
sie ihm
geschenkt. Sie kamen ihm vor wie zwei. Die Kinder hatte er
schon im
Krieg vergessen. Es war auf Tahiti gewesen, als sie ihn aus
dem 39.
Stock ihrer Strohhütte warfen, nachdem er sich knapp 36 Monate
an der
Restauration alt-indischer Wandteppiche versucht hatte. Viele
Leute
kommen mit der Nähe angeheirateter Verwandter nur eine
begrenzte Zeit
klar, und versuchen ihre Ignoranz durch permanentes Zureden
und
Brötchenbacken zu kompensieren; sein türkischer Fleischer
sprach nicht
etwa aus Erfahrung, nein er hatte wirklich alles selbst
erfunden. Ein
Diplom-Pathologe hinter der Biertheke. Von so einer Karriere
träumt
unser armer, nicht annähernd trauriger, Busfahrer bis heute.

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